Freitag, 27. Oktober 2017

Der Bunkai-Code ist kein Geheimnis.

Informationen und Erfahrungen sammeln, funktioniert in etwa wie ein Kartenspiel. Man spielt Karten aus und bekommt Karten zurück. Ähnlich funktioniert das mit den Erkenntnissen in der Kampfkunst, die man über lange Zeit gewinnt und sammelt. 

Wir spielen unsere Karten aus und andere reagieren darauf, und spielen ihre Karten aus. Aber anders als bei einem Kartenspiel, handelt es sich bei den ausgespielten Karten nur um Kopien. Die Originale behalten wir immer auf der Hand. Man kann auch Karten kaufen. 
So sammeln sich die Karten, mit der Zeit, immer mehr an. Was wir nicht mehr gebrauchen können, sortieren wir aus. So wird unser Blatt immer wertvoller.

Nun gibt es aber auch „zementierte Erkenntnisse“. Das heißt, dass einige unserer Mitspieler glauben, dass ihr Blatt so gut ist, dass sie nur noch ausspielen, aber nichts mehr einsammeln müssen. 
Am Ende hat derjenige gewonnen, der das wertvollste Blatt in Händen hält.

So funktioniert das auch in Internet-Karategruppen. Man kann seine Erfahrungen preisgeben und erhält Erfahrungen anderer zurück. Das kommt uns im Training zugute.

Wer nun glaubt, dass zu viel geschrieben und zu wenig trainiert wird, der sitzt nicht einmal am Spieltisch.

Aber nur auf diese Weise kann man sein Blatt so wertvoll machen, dass man den so geheimnisvollen „Bunkai-Code“ knacken kann. Aber in Wahrheit ist es kein Code. Es ist nur ein Wissen, das man erst dann versteht, wenn man möglichst erfahren im Handwerk ist. Denn ein Handwerker, der nur geschickt mit den Händen ist, aber über wenig Erfahrung verfügt, wird schnell scheitern. Er kann zwar wunderbar schweißen und schrauben; aber er muss auch wissen was und wann er schweißt und schraubt. Sonst ist er immer auf die Angaben eines Vorarbeiters angewiesen.

Aber in der Kampfkunst haben wir keinen Vorarbeiter. Da ist jeder auf sich selbst angewiesen. Jeder muss sein eigener Vorarbeiter sein. Und wenn man einmal soweit ist, dann wird man bemerken, dass es gar keinen Bunkai-Code gibt. Es gibt nur das Handwerk, das man zu verstehen beginnt. Es gibt nur Karate-DO.

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